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VARUS – WETTER – NAPOLEON

Das Wetter ist an allem Schuld!

 

NAPOLEON und das Wetter

„Wir sind nie geschlagen worden. Wir haben zwar verloren, aber nicht in irgendeiner

Schlacht, sondern wir wurden vom Winter besiegt und hinterhältig wurde gegen uns

gekämpft, also im offenen Krieg sind wir unbesiegt und der ganze Nimbus unserer

Unbesiegbarkeit ist makellos aus Russland zurückgekommen.“(Französische Propaganda nach

dem Russlandfeldzug 1812 nach Andreas Platthaus, FAZ)

 

VARUS und das Wetter

„Dabei brach ein heftiger Regen und Sturm los und zersprengte die Kolonne noch mehr; der

Erdboden wurde an den Wurzeln und den unteren Stammenden der Bäume schlüpfrig, so

dass sie fast bei jedem Schritt ausglitten; Baumkronen stürzten, vom Sturm zerschmet-tert,

hernieder und brachten sie in Verwirrung.“ (Cassius Dio).

„So brach der vierte Tag ihres Marsches an, da überfiel sie aufs neue ein Sturzregen und

ein furchtbarer Sturm, so dass sie weder vorwärts marschieren noch festen Fuß fassen

konnten, ja das Wetter machte ihnen sogar den Gebrauch ihrer Waffen unmöglich, denn sie

konnten weder ihre Pfeile noch ihre Wurfspieße oder auch nur ihre Schilde, die völlig

durchnässt waren, ordentlich gebrauchen.“(Cassius Dio, römischer Historiker, 155 n.Chr – 235 n.Chr.)

 

NAPOLEON – KAISER – VOLK

„Völliger Unsinn selbstverständlich und das wussten die Zeitgenossen auch. Aber man merkt

daran, wie wichtig es für NAPOLEON gewesen ist, als Feldherren-Genie dazustehen und zu

sagen, ich bin nur mit den allerübelsten Methoden und durch Wetterzufälligkeiten besiegt

worden. (…) Wenn daran gekratzt wird, dann hat er tatsächlich große Schwierigkeiten, weil

der Rückhalt, (...) den er in Frankreich genoss, nur darauf beruhte, dass er der große Sieger

ist, und der musste er bleiben. Und selbst wenn er verloren hatte, durfte er zumindest

nicht geschlagen worden sein.“ (Andreas Platthaus, FAZ)

 

CASSIUS – AUGUSTUS – ROM

„Man merkt am CASSIUS-Text, dass es ihm wichtig gewesen ist, als Grund für die Niederlage

des VARUS nicht das Römische Militär dazustehen zu lassen. Er stellt in seinem Text

dar, das Rom nur mit den allerübelsten Methoden (Lüge, Verrat, Hinterhalt) und durch

größte Wetterzufälligkeiten (Sturzregen, Sturm) besiegt worden ist. (…) Wenn daran gekratzt

wird, dann hätte der vergöttlichte Caesar AUGUSTUS eine Mitschuld und der Autor

(Cassius, Tacitus) große Schwierigkeiten, weil er damit einem Gott, dem in Rom gehuldigt

wird, lästerte. Das römische Militär und AUGUSTUS mussten große Sieger sein und sie

mussten es bleiben. Und selbst wenn VARUS verloren hatte, durfte Rom und seine Legionen

zumindest nicht durch Germanen allein geschlagen worden sein.“ (Werner Thiel, Autor von

„Der Sommer des Arminius“)

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Quelle: Deutschlandfunk, dradio.de, 10.10.2013

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