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Arminius.....................Kalkriese................................ VARUS-Theorie .............................Hedemünden............................Xanten

unterhaltsam  plausibel   tiefsinnig

 

"Die Leistung des Autors(1) 
besteht darin, gerade wegen der 
fehlenden Faktenkenntnis, hier eine 
plausible, tiefsinnige 
und ganz wichtig, eine 
unterhaltsame Geschichte 
zu erzählen."
 
Quelle:  
SPERRE, (Magazin für Kultur, Soziales und Arbeit)
Münster, Frühjahr 2014
Sperre_KULT-TOUR, Seite 24 - 25 (siehe Anlage)
www.sperre-online.de/?tag=roemer‎
(1) Autor Thiel stammt aus der Stadt Greven bei Münster in NRW
 
.............................................................Eine Buchrezension ..................................................................
JA, mit den Römern ist das so eine Sache
 
Buchrezension von Christoph Theligmann
zu:
Der SOMMER des ARMINIUS 
 von Werner Thiel:

Buchbesprechung1_Bildgröße ändern

"Arminius, in der deutschen Nationalmythologie auch Hermann der Cherusker, war ein Anführer der Germanen, ursprünglich in Diensten der Römer, der diesen im Jahre 9 n. Chr. in der Varusschlacht eine verheerende Niederlage beibrachte. Biografische Daten sind rar – Arminius, ein dankbarer Gegenstand von Erzählungen also.

Vor Jahren begeisterte mich eine unter Geschichtswissenschaftlern umstrittene Mutmaßung, die historisch eindeutig belegte Figur des Arminius beziehungsweise Hermann der Cherusker sei identisch mit Siegfried, der deutschesten aller Sagengestalten. Ohne hier auf diesen Expertenstreit einzugehen (siehe u.a. Wikipediaeintrag „Arminius“), war meine Bereitschaft geweckt, bei der sich bietenden Gelegenheit das Buch von Werner Thiel besprechen zu wollen.

Neben dem historischen Interesse hat mit Sicherheit auch die geographische Nähe zum Ort der Varusschlacht eine Rolle gespielt, im heutigen Kalkriese bei Bramsche im Osnabrücker Land (www.kalkriese-varusschlacht.de).

Das 150 Seiten umfangreiche Buch ist in 40 Kapiteln aufgeteilt, eine Systematik, die ich immer wieder zu schätzen weiß, wenn auch ein kurzes Verweilen im Buch einen Abschluss findet. Doch zum Inhalt. Die spannende Frage lautet, was macht Arminius je nach Sicht zum Überläufer bzw. Verräter? Was sind seine Motive, die Seiten zu wechseln?

Die Leistung des Autors besteht darin, gerade wegen der fehlenden Faktenkenntnis, hier eine plausible, tiefsinnige und ganz wichtig, eine unterhaltsame Geschichte zu erzählen.

Das Buch beginnt mit der römischen Niederschlagung des sogenannten pannonischen Aufstandes, der das Ansehen des Arminius steigert. Seine germanischen Hilfstruppen hatteneinen entscheidenden Anteil bei der Niederwerfung geleistet.

Zum römischen Statthalter Varus in das Gebiet der Cherusker geschickt, gerät Arminius in einen Loyalitätskonflikt und findet sich mitten im Streit von romfreundlich und romfeindlich gesinnten Einheimischen wieder. Seine Ambitionen einen Fürstentitel unter römischer Einflussnahme zu beerben, verschärft sein Dilemma.

Das Buch lebt von den lebendigen Dialogen. Höhepunkt ist ein Gespräch im Kapitel „Der Entschluss des Arminius“, in dem er mit seinem fiktiven alter ego namens Gernot das Für und Wider sich gegen Rom zu stellen diskutiert.

Werner Thiel stellt seinen Helden als einen Mann der Mäßigung dar. Vom Berserker nationaler Propaganda bleibt da nicht viel übrig. Wissend, dass ein Aufstand gegen die römische Besatzung sinnlos ist, favorisiert Arminius eine Aktion, die wir heute als Partisanenattacke bezeichnen würden, mit dem Ziel von den Römern in anschließenden Verhandlungen nicht unabhängig aber autonom zu werden. Selbst in dem Gemetzel, welches sich zur Schlacht entwickelt, bietet er Varus, seinen verratenen ehemaligen Vorgesetzten einen Ausweg aus der radikalisierten Situation an, doch die Geschehnisse nehmen ihren historisch bekannten Verlauf.

Sehr gefallen hat mir das Ende der Erzählung. Nicht die Varusschlacht schließt diese Erzählung ab, nachdem Arminius mit den Worten, er müsse an die Folgen denken, von der Szenerie verschwindet und in den Nebel der Historie entweicht.

In den Schlusskapiteln wird vielmehr der Rückzug versprengter römischer Truppen in feindfreies Hinterland erzählt. Dieses Ende habe ich als Fortgang gesicherter Geschichtsschreibung interpretiert, obwohl der Autor die dort handelnden Personen in reiner Fiktion auftreten lässt.

Diese ironische Dialektik tut dem Buch gut."

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